Garbsen – Auszüge aus der Polizeistatistik 2024 – Sicherheitslage in Garbsen Thema in der gestrigen Ratssitzung
In der jüngsten Ratssitzung (19.01.2026) der Stadt Garbsen hat die Polizeidirektion Garbsen ausgewählte Auszüge aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2024 vorgestellt. Präsentiert wurden die Zahlen durch die Leiterin der Polizeidirektion Garbsen, Ilka Kreye.
Dabei wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich nicht um die vollständige Polizeistatistik, sondern um thematische Auszüge und Schwerpunkte handelt. Zudem beziehen sich sämtliche dargestellten Zahlen ausschließlich auf das abgeschlossene Jahr 2024. Aktuelle Zahlen für das laufende Jahr 2025 liegen noch nicht vor und werden in den kommenden Wochen erwartet.
Der Vortrag war kein offizieller Tagesordnungspunkt, wurde jedoch möglich, da die übrigen Punkte der Sitzung zügig abgearbeitet wurden.
Ziel war es hier, Politik und Verwaltung über die Kriminalitäts- und Sicherheitslage in Garbsen zu informieren. Mit der Präsentation der PKS-Auszüge wurde dieses Anliegen umgesetzt – mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Zahlen 2024 und Einblick in entsprechende Präventationsmaßnahmen.
Rückblick auf 2024: Entwicklung der Gesamtkriminalität
Den vorgestellten Auszügen zufolge ist die Zahl der registrierten Straftaten in Garbsen im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 9,8 Prozent gesunken. Insgesamt wurden 3.659 Straftaten erfasst. Die Polizei betonte, dass diese Zahlen ausschließlich der statistischen Rückschau dienen und keine Aussage über die aktuelle Sicherheitslage ermöglichen.
Die Aufklärungsquote lag 2024 bei 61,96 Prozent und damit leicht über dem Vorjahreswert.
Garbsen im Vergleich
Im Vergleich mit ähnlich großen Städten wie Lingen oder Hameln weist Garbsen niedrigere absolute Fallzahlen auf. Auch bei der sogenannten Häufigkeitszahl (Straftaten pro 100.000 Einwohner) liegt Garbsen unter dem niedersächsischen Durchschnitt. Für 2024 betrug dieser Wert in Garbsen 5.941, während der Landesdurchschnitt bei 6.485 lag.
Deliktstruktur und einzelne Entwicklungen
Die präsentierten Auszüge zeigen, dass Diebstahlsdelikte weiterhin den größten Anteil an den registrierten Straftaten ausmachen. Es folgen Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie sonstige Straftatbestände nach dem Strafgesetzbuch.
Die Straßenkriminalität lag 2024 bei 669 Fällen und zeigte über die vergangenen Jahre Schwankungen. Bei den Raubdelikten wurden 22 Fälle registriert.
Im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls wurden 80 Fälle erfasst, davon 40 Versuche und 40 vollendete Taten. Im langfristigen Vergleich bleiben diese Zahlen deutlich unter den Höchstständen der Jahre 2016 und 2017.
Häusliche Gewalt weiter auffällig
Ein anhaltender Anstieg zeigt sich im Bereich der häuslichen Gewalt. Nach 292 Fällen im Jahr 2022 und 388 Fällen 2023 wurden 2024 391 Fälle registriert. Die Polizei wies darauf hin, dass unter anderem eine höhere Sensibilisierung, verbesserte Erfassungsstrukturen und eine gestiegene Anzeigebereitschaft Einfluss auf diese Entwicklung haben können.
Altersstruktur der Tatverdächtigen
Die Altersstruktur der Tatverdächtigen zeigt, dass 82 Prozent der erfassten Tatverdächtigen 21 Jahre oder älter waren. Jugendliche und Heranwachsende unter 21 Jahren machten zusammen rund 18 Prozent aus. In etwa zehn Prozent aller Fälle war mindestens ein Tatverdächtiger unter 21 Jahren beteiligt.
Diskussion im Rat: Zuständigkeiten und Prävention
Im Anschluss an die Präsentation diskutierten die Ratsmitglieder verschiedene sicherheitsrelevante Themen. Dabei wurde unter anderem ein mögliches Böllerverbot angesprochen. In der Diskussion wurde deutlich, dass entsprechende Regelungen nicht auf kommunaler Ebene allein beschlossen werden sollten, sondern Entscheidungen auf Landes- oder Bundesebene erfordern.
Einen breiten Raum nahm zudem die Präventionsarbeit ein. Vertreter von Polizei und Verwaltung erläuterten, welche Maßnahmen in den vergangenen Jahren gemeinsam umgesetzt wurden. Dazu zählen unter anderem Informationsstände zu verschiedenen Sicherheitsthemen, Präventionsangebote in unterschiedlichen Stadtteilen, Maßnahmen des Integrationsbeirates, der Einsatz der städtischen Ordnungskräfte sowie weitere gemeinsame Aktionen.
Die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Stadtverwaltung und weiteren Akteuren wurde von vielen Ratsmitgliedern und der Polizei ausdrücklich positiv hervorgehoben. Einigkeit bestand darin, dass Prävention und Kooperation ein zentraler Bestandteil der Sicherheitsarbeit in Garbsen sind.
Einordnung und Ausblick
Die Präsentation im Rat stellte keine vollständige Polizeistatistik dar, sondern einen ausgewählten Überblick über zentrale Entwicklungen des Jahres 2024. Sie dient damit vor allem der politischen Information und Einordnung. Die komplette Statistik für Garbsen aus dem Jahr 2024 kann hier eingesehen werden 20250319_Medieninformation PKS-Zahlen 2024 PI Garbsen
Die aktuellen Kriminalitätszahlen für 2025 werden in den kommenden Wochen erwartet. Erst diese Daten werden Aussagen zur derzeitigen Sicherheitslage in Garbsen ermöglichen und dürften erneut Thema in Politik und Öffentlichkeit werden.
GCN/bs


















