Garbsen/Region Hannover – U16-Wahl 2026 – Region Hannover startet „Probe-Wahl“ für Kinder und Jugendliche.
Demokratie erleben, bevor man offiziell wählen darf: Die Region Hannover plant zur Kommunalwahl 2026 erstmals eine sogenannte U16-Wahl. Das Projekt wurde jetzt im Jugendhilfeausschuss vorgestellt. Ziel ist es, jungen Menschen frühzeitig politische Bildung zu ermöglichen und sie mit demokratischen Abläufen vertraut zu machen.
Doch was genau bedeutet das – und ist das überhaupt eine „echte“ Wahl?
Keine offizielle Wahl – sondern ein Lernprojekt
Wichtig vorweg:
Die U16-Wahl ist keine rechtsverbindliche Wahl. Die abgegebenen Stimmen fließen nicht in das offizielle Ergebnis der Kommunalwahl 2026 ein. Es handelt sich vielmehr um ein pädagogisches Beteiligungsformat.
Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahre erhalten die Möglichkeit, den Ablauf einer Wahl realitätsnah zu erleben:
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Wahlbenachrichtigung
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Stimmzettel
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Wahlkabine
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Auszählung
So soll ein geschützter Erfahrungsraum entstehen, in dem junge Menschen demokratische Prozesse praktisch kennenlernen.
Jugenddezernentin Dr. Andrea Hanke betont, dass politische Bildung angesichts gesellschaftlicher Polarisierung und sinkender Wahlbeteiligung immer wichtiger werde. Ziel sei es, Interesse zu wecken und Vertrauen in demokratische Strukturen zu stärken.
Wer darf teilnehmen?
Die U16-Wahl richtet sich an Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre. Voraussetzung ist, dass sie alt genug sind, sich eine eigene Meinung zu bilden und selbstständig ihr Kreuz setzen können.
Die Wahl wird in allen 21 regionsangehörigen Kommunen angeboten – also auch in Garbsen. Jede Kommune kann eigene Wahllokale anmelden.
Wo wird gewählt?
Anders als bei der offiziellen Kommunalwahl findet die U16-Wahl bewusst außerhalb von Schulen statt. Geplant sind Wahllokale beispielsweise in:
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Jugendzentren
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Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit
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Treffpunkten für junge Menschen
Damit soll ein niedrigschwelliger Zugang geschaffen werden.
Die Region Hannover übernimmt die übergeordnete Koordination und stellt Materialien zur politischen Bildung zur Verfügung.
Wann findet die U16-Wahl statt?
Die U16-Wahl zur Kommunalwahl 2026 soll über einen Zeitraum von bis zu zehn Tagen laufen und spätestens am 4. September 2026 enden – also kurz vor der offiziellen Kommunalwahl.
Die Ergebnisse werden erst nach der regulären Wahl veröffentlicht. Anschließend sollen sie gemeinsam mit Jugendlichen ausgewertet und diskutiert werden. Die Erkenntnisse können Impulse für zukünftige Beteiligungsformate liefern.
Warum macht die Region das?
Die Initiative verfolgt mehrere Ziele:
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Frühzeitige politische Bildung
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Förderung demokratischer Kompetenzen
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Stärkung von Beteiligung
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Sensibilisierung für kommunalpolitische Themen
Kommunalpolitik betrifft junge Menschen direkt – etwa bei Themen wie Schulen, Freizeitangebote, Mobilität oder Sportstätten. Die U16-Wahl soll zeigen, wie Entscheidungen auf kommunaler Ebene entstehen und warum Mitwirkung wichtig ist.
Die U16-Wahl ist also kein Ersatz für die Kommunalwahl, sondern ein begleitendes Beteiligungsprojekt. Sie bietet jungen Menschen die Möglichkeit, Demokratie praktisch zu erleben – ohne rechtliche Wirkung, aber mit pädagogischem Anspruch.
Ob und wie stark sich Jugendliche in den einzelnen Kommunen beteiligen werden, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die Region Hannover setzt mit diesem Projekt ein deutliches Signal für frühe politische Bildung und demokratische Teilhabe.
GCN/bs

















