
Garbsen – Brückenbau zwischen Horst und Frielingen bleibt komplex – Bodenprobleme, Hochwasser und Frost sorgen für Verzögerungen an der K322.
Die Bauarbeiten an der Brücke über den Horster Bruchgraben auf der Kreisstraße 322 zwischen Horst und Frielingen bleiben ein wichtiges Thema für viele Bürgerinnen und Bürger. Um sich ein Bild vom aktuellen Stand der Arbeiten zu machen, hat sich Garbsens Bürgermeister Claudio Provenzano gemeinsam mit dem zuständigen Dezernenten der Region Hannover, Ulf-Birger Franz, direkt vor Ort informiert.
„Ich kann die Verärgerung vieler Bürgerinnen und Bürger sehr gut nachvollziehen“, sagt Provenzano. Zwischen Horst und Frielingen gebe es enge soziale, wirtschaftliche und landwirtschaftliche Verbindungen. Die derzeitige Umleitung bedeute für viele Menschen einen spürbaren Mehraufwand im Alltag.
Beim Ortstermin erläuterte ein Ingenieur der Region Hannover die komplexen technischen Rahmenbedingungen der Baustelle. Der Ersatzneubau der Brücke ist anspruchsvoll, da sich unter einer Tonschicht eine sandige Bodenschicht mit hohem Feinanteil befindet. In Verbindung mit Wasser wird dieser Boden sehr fließfähig. Wird Wasser aus dem Baufeld abgepumpt, kann umliegendes Erdreich nachrutschen. Deshalb sind zusätzliche Sicherungsmaßnahmen notwendig.
Auch Umweltauflagen sowie die Witterung haben Einfluss auf den Baufortschritt. Die vergangenen Wochen mit Frost und winterlichen Bedingungen führten ebenso zu Verzögerungen wie das derzeit erhöhte Wasseraufkommen im Horster Bruchgraben. Aktuell ruhen die Arbeiten, bis das Wasser aus dem Baufeld abgepumpt ist und die Arbeiten sicher fortgesetzt werden können.

Der zuständige Dezernent der Region Hannover, Ulf-Birger Franz, betonte beim Termin, dass die Planungen sorgfältig umgesetzt würden. Bei einem Bauprojekt dieser Art gelte das Prinzip „Sorgfalt vor Schnelligkeit“. Arbeiten könnten nur durchgeführt werden, wenn dies unter den gegebenen Bedingungen sinnvoll und sicher möglich sei.
Auch wenn das bisherige Bauwerk im Gelände kaum auffiel, handelt es sich um eine vollwertige Brücke auf einer Kreisstraße. Der Neubau wird rund 16 Meter lang und so konstruiert, dass er dauerhaft auch für Schwerlastverkehr ausgelegt ist. Zudem soll das Bauwerk den Anforderungen der kommenden Jahrzehnte gerecht werden. Bei der Planung spielen auch veränderte Wetter- und Klimabedingungen eine Rolle, damit bei Starkregen größere Wassermengen sicher abgeführt werden können. Die neue Brücke wird auf eine Nutzungsdauer von rund 100 Jahren ausgelegt.
Die Kreisstraße 322 liegt in der Zuständigkeit der Region Hannover. Bürgermeister Claudio Provenzano hatte sich bereits im vergangenen Jahr für eine zügige Umsetzung der Maßnahme eingesetzt und steht weiterhin im engen Austausch mit der Region. Die Stadt Garbsen will die Öffentlichkeit über weitere Entwicklungen informieren.
GCN/bs












