Bibliothek öffnet unter Auflagen wieder

Der große Spuckschutz für den Tresen wurde geliefert und wird vor der Montage von Haustechniker Andreas Wegner (von links), Bibliotheksleiterin Sabine Eilers und Schul- und Sozialdezernentin Monika Probst begutachtet. /Foto: Stadt Garbsen

Leiterin Sabine Eilers bittet Kunden um Rücksichtnahme – Umgestaltung war aufwendig

Garbsen – Wenn die Garbsener Stadtbibliothek am Donnerstag, 7. Mai, nach der coronabedingten Schließung wieder öffnet, gilt es für die Besucher, sich neue Verhaltensweisen anzueignen. „Der Büchereibesuch funktioniert jetzt wie Einkaufen. Die Organisation ähnelt der Kundensteuerung im Einzelhandel“, sagt Bibliotheksleiterin Sabine Eilers.

Bibliotheksleiterin Sabine Eilers macht es vor: In der Bibliothek muss ab sofort jeder Besucher einen Korb nehmen und einen Mund-Nasen-Schutz tragen. /Foto: Stadt Garbsen

Jeder Besucher muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen und sich am Eingang einen Korb nehmen. Das gilt auch für Begleitpersonen und Kinder. Wenn alle 50 Körbe ausgegeben sind, darf kein weiterer Besucher in die Bibliothek. „Die Besucher müssen Verständnis dafür haben, dass die Bibliothek erst einmal nicht als Treffpunkt oder zum ausgiebigen Lesen oder stundenlangen Musikhören besucht werden darf“, sagt Erster Stadtrat Walter Häfele. Alle Besucher sollten sich möglichst vorher überlegen, was sie ausleihen wollen und Ausgeliehenes über die Außenrückgabe zurückgeben. „Der Bibliotheksbesuch sollte möglichst zügig erledigt werden“, ergänzt Eilers.

Ein neuer Bestell- und Abholservice der Stadtbibliothek sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Die online oder per Telefon bestellten Medien werden gleich auf das Leserkonto gebucht und können ohne Wartezeit am Eingang abgeholt werden. Das Team der Bibliothek ist dafür erreichbar via E-Mail an [email protected] oder unter Telefon (0 51 31) 70 71 70.

Unter anderem soll ein Personenleitsystem in der Bibliothek dafür sorgen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden. /Foto: Stadt Garbsen

Das Team der Bibliothek freue sich, wieder öffnen zu können und für die Bibliothekskunden da zu sein, könne jedoch verständlicherweise einen Besucheransturm wie an den Wertstoffhöfen nach deren Öffnung nicht managen. „Kein Leihkarteninhaber muss sich verpflichtet fühlen, sofort nach der Öffnung zu uns zu kommen. Für Auskünfte und Verlängerungen von Leihfristen können sie uns gern anrufen oder auch unseren Internetkatalog nutzen“, sagt Eilers. „Wir freuen uns auf die Kunden, besonders, wenn sie nicht gleich alle in der ersten Woche wiederkommen“, ergänzt sie. Im Mai hat die Bibliothek Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Für die Bibliothek sind eine Reihe von Umgestaltungsmaßnahmen erforderlich gewesen. „Wir reagieren auf die Erfordernisse dieser besonderen Tage differenziert. In angemessener Weise gilt es, Einrichtungen wie die Bibliothek sobald möglich wieder zu öffnen. Gleichzeitig tragen wir gewissenhaft Sorge dafür, dass alles Erforderliche getan wird, um überall die gebotenen Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten“, sagt Häfele. Der große Tresen hat einen Spuckschutz erhalten, mit dem Kunden und Mitarbeiter geschützt werden sollen. Es wurden Markierungen, Schilder und ein Leitsystem installiert, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können. Desinfektionsmittel steht bereit und auch um Abfalltonnen zur Entsorgung der getragenen Masken hat sich das Team der Haustechnik gekümmert.

Alles, was bislang zum Verweilen einlud, wie etwa das Lesecafé, wurde gesperrt. Es wird nicht mehr möglich sein, sich in Gruppen zum Lernen in der Bibliothek zu treffen oder sich mit einem Kaffee zur ausgiebigen Lektüre der Tageszeitungen zurückzuziehen. Die Garderobenschränke wurden gesperrt. Die Selbstverbuchung steht nicht zur Verfügung, weil im Eingangsbereich sonst kein Abstand gehalten werden kann. „Es gibt nur zwei Bedienplätze am Tresen, denn auch wir müssen untereinander Abstand halten“, sagt Eilers.

Familien legt Eilers ans Herz, sich vor dem Bibliotheksbesuch zu überlegen, mit wie vielen Familienmitgliedern der Besuch erforderlich ist. „Entscheidend ist auch, ob mit den begleitenden Kindern die Abstandsregeln gut einzuhalten sind, falls Klassenkameraden oder befreundete Spielkinder zufällig getroffen werden“, sagt sie. „Viele unsere Leserinnen und Leser haben in den letzten Jahrzehnten schon viel mit uns erlebt und mit gemacht. In besonderen Situationen haben wir immer Unterstützung erhalten. Das schaffen wir jetzt auch wieder gemeinsam“, sagt Eilers.

GCN/la