Garbsen. Die Sanierung des Planetenbades verzögert sich weiter. (Wir berichteten) Wie Stadtbaurat Olaf Freitag in der jüngsten Ratssitzung mitteilte, wird das Hallenbad nach aktuellem Stand erst ca. im April 2027 wieder eröffnet. Grund für die erneute Verschiebung sind erhebliche Baumängel an den Estricharbeiten, die einen vollständigen Rückbau erforderlich machen.
Bereits zuvor hatte die Stadt Garbsen auf Anfrage von Garbsen-City-News bestätigt, dass das mit der Bauleitung beauftragte Architekturbüro schwerwiegende Mängel an der Verbundabdichtung des Estrichs festgestellt habe. Neben dem notwendigen Rückbau seien auch bereits ausgeführte Gewerke beschädigt worden und müssten instand gesetzt werden.
Höhe der Mehrkosten derzeit noch offen
Nach der Ratssitzung hat Garbsen-City-News bei der Stadt nachgefragt, welche finanziellen Folgen die mangelhaften Arbeiten haben werden. Eine konkrete Antwort konnte die Verwaltung dazu derzeit jedoch noch nicht geben.
Weder die Höhe der zusätzlichen Kosten noch die Gesamtschadenssumme lassen sich nach Angaben der Stadt aktuell beziffern. Auch zu möglichen Regressansprüchen gegenüber dem ausführenden Unternehmen könne man derzeit keine Angaben machen.
Ungewissheit über mögliche Schadenersatzansprüche
In der Ratssitzung deutete Olaf Freitag an, dass unklar sei, ob bei dem Unternehmen, das die mangelhaften Estricharbeiten ausgeführt hat, überhaupt noch Ansprüche durchgesetzt werden können. Sinngemäß erklärte er, dass nicht sicher sei, ob dort „noch etwas zu holen“ sei.
Ob das Unternehmen tatsächlich insolvent ist oder aus anderen Gründen wirtschaftliche Schwierigkeiten bestehen, wurde von der Stadt bislang nicht bestätigt. Auch hierzu machte die Verwaltung auf Nachfrage derzeit keine weiteren Angaben.
Umfangreiche Modernisierung bleibt Ziel
Ungeachtet der aktuellen Probleme hält die Stadt an der umfassenden Modernisierung des Planetenbades fest. Ziel der Sanierung ist es, sowohl den Komfort für die Besucherinnen und Besucher deutlich zu verbessern als auch das Gebäude technisch auf einen modernen Stand zu bringen.
Geplant sind unter anderem neue Umkleiden, Duschen und Sanitäranlagen sowie eine vollständige Barrierefreiheit. Darüber hinaus werden moderne Heizungs- und Lüftungstechnik, Wärmepumpen, Wärmerückgewinnung und Photovoltaikanlagen installiert, um den Energieverbrauch künftig deutlich zu reduzieren.
Große Teile der Rohbauarbeiten sowie zahlreiche technische Installationen sind nach Angaben der Stadt bereits abgeschlossen. Der notwendige Rückbau des mangelhaften Estrichs und die anschließende Neuherstellung sorgen nun jedoch für eine erneute Verzögerung des Gesamtprojekts.
Mit der nun angekündigten Fertigstellung im April 2027 müssen sich Schulen, Vereine und die Öffentlichkeit voraussichtlich noch mehrere Monate länger gedulden, bis das Planetenbad wieder genutzt werden kann. Wie hoch die finanziellen Auswirkungen der Baumängel letztlich ausfallen werden und ob die Stadt diese Kosten ganz oder teilweise ersetzt bekommt, ist derzeit weiterhin offen.
Stellungnahme der Stadt Garbsen, durch Pressesprecher Benjamin Irvin: Eingegangen 27.08.26 13:34 Uhr
Die Sanierung des Schwimmbads wird durch die festgestellten Mängel an den ausgeführten Estricharbeiten derzeit beeinträchtigt. Der mangelhafte Estrich muss vollständig zurückgebaut und anschließend neu hergestellt werden. Darüber hinaus wurden durch die fehlerhaften Arbeiten bereits fertiggestellte Teile der technischen Infrastruktur beschädigt, die ebenfalls repariert werden müssen. Nachdem das Vertragsverhältnis mit dem ursprünglich beauftragten Estrichbauunternehmen inzwischen aufgelöst werden konnte, werden die erforderlichen weiteren Arbeiten nun mit anderen Unternehmen durchgeführt.
Nach derzeitiger Einschätzung wird sich die durch die fehlerhaften Estricharbeiten verursachte Schadenssumme voraussichtlich in einem Bereich von bis zu 200.000 Euro bewegen. Darin enthalten sind im Wesentlichen die Kosten für den Rückbau des mangelhaften Estrichs sowie die Reparatur der dadurch beschädigten technischen Infrastruktur. Die Stadt wird die ihr entstandenen Schäden gegenüber den verantwortlichen beauftragten Unternehmen vollumfänglich geltend machen.
Ob und in welchem Umfang sich diese Ansprüche letztlich durchsetzen lassen, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verlässlich prognostizieren. Das entsprechende Verfahren läuft. Zu einer möglichen wirtschaftlichen Situation des verantwortlichen Privatunternehmens darf die Stadt keine Auskunft geben. Ebenso wäre es zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht, eine Aussage darüber zu treffen, ob der Stadt am Ende Kosten verbleiben werden, die nicht ersetzt werden können.
Die zusätzlichen Arbeiten und der damit verbundene Zeitaufwand wirken sich auf den weiteren Bauablauf des Planetenbades aus. Fest steht: spätestens April 2027 soll das Planetenbad fertiggestellt sein. Die Stadt bedauert die Verzögerung ausdrücklich. Gleichzeitig steht außer Frage, dass die festgestellten Mängel fachgerecht behoben werden müssen, bevor das Bad für Schulen, Vereine und die Öffentlichkeit geöffnet werden kann.
Ungeachtet der aktuellen Schwierigkeiten bleibt das Ziel bestehen, die umfassende Modernisierung des Planetenbades erfolgreich abzuschließen und den Bürgerinnen und Bürgern anschließend ein technisch modernes, attraktives und barrierefreies Hallenbad zur Verfügung zu stellen.
GCN/bs












