So bereitet sich Garbsen intensiv auf verpflichtende Ganztagsbetreuung 2026 an Grundschulen vor

Beim gestrigen Pressegespräch informierten Bürgermeister Claudio Provenzano und Michael Kählke, Fachbereichsleiter für Ganztagsschulen, über den aktuellen Stand und die weiteren Planungen. /GCN

Garbsen – So bereitet sich Garbsen intensiv auf verpflichtende Ganztagsbetreuung 2026 an Grundschulen vor.

Ab dem Schuljahr 2026/27 greift in Deutschland der bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Zunächst betrifft dies ausschließlich die Erstklässler, Jahr für Jahr kommen weitere Klassenstufen hinzu. Die Stadt Garbsen stellt sich frühzeitig auf die neue gesetzliche Lage ein und arbeitet mit Hochdruck an den notwendigen strukturellen, organisatorischen und pädagogischen Voraussetzungen.

Beim gestrigen Pressegespräch informierten Bürgermeister Claudio Provenzano und Michael Kählke, Fachbereichsleiter für Ganztagsschulen, über den aktuellen Stand und die weiteren Planungen. Die Verantwortlichkeiten sind klar verteilt: Das Land Niedersachsen ist zuständig für die schulische Organisation und Ausstattung, die Region Hannover trägt die Verantwortung als Träger der öffentlichen Jugendhilfe – insbesondere auch für die Ferienbetreuung –, und die Stadt Garbsen sorgt für die notwendige Infrastruktur.

Stadt investiert in Küchen, Räume und Ausstattung

Die Stadt Garbsen hat bereits Fördergelder in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro zugesprochen bekommen, die durch etwa 400.000 Euro kommunaler Eigenmittel ergänzt werden. Im Fokus der Investitionen steht der Ausbau der Essensversorgung: In den Schulen werden Ausgabeküchen und multifunktionale Essensräume eingerichtet. Zusätzlich wird die flexible Nutzung von Räumen für Unterricht und Freizeit optimiert, wobei auch ehemalige Horträumlichkeiten in die Planung einbezogen werden.

Kooperation mit Vereinen und Trägern geplant

Ein zentrales Element der Ganztagsbetreuung ist die Zusammenarbeit mit externen Trägern. Die Stadt Garbsen sucht aktiv nach Partnern wie dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) oder anderen sozialen Einrichtungen. Auch der Regionssportbund sowie örtliche Sport- und Kulturvereine sind aufgerufen, sich mit Angeboten einzubringen – Voraussetzung ist jedoch die Bereitstellung qualifizierter Übungsleiter oder pädagogisch geschulter Mitarbeitender.

Um die Qualität und Kontinuität der Angebote zu gewährleisten, wird die Stadt bilaterale Verträge mit den jeweiligen Trägern abschließen. Diese regeln Aufgaben und Verantwortlichkeiten verbindlich. Ergänzend unterstützt die Stadt die Angebote durch freiwillige finanzielle Zuwendungen.

Bürgermeister Claudio Provenzano und Michael Kählke, Fachbereichsleiter für Ganztagsschulen/GCN

Schulen bestimmen den Ablauf selbst – Essen ist Pflicht

Die konkrete Ausgestaltung des Ganztagsprogramms liegt in der Verantwortung der jeweiligen Schule. Sie entscheiden, wie der Tagesablauf strukturiert wird, welche Angebote es geben soll und wie die Betreuungspersonen eingesetzt werden. Eine Verpflichtung besteht allerdings: Jedes Kind muss Zugang zu einem warmen Mittagessen erhalten.

Horte bleiben vorerst bestehen – Umstieg erfolgt schrittweise

In Garbsen existieren derzeit noch mehrere Grundschulen mit Hortbetreuung. Diese bleiben zunächst erhalten, solange die jeweilige Schule noch nicht vollständig in den Ganztagsbetrieb überführt wurde. Sobald eine Schule komplett in den neuen Modus wechselt, entfällt das Hortangebot dort – Doppelstrukturen sollen so vermieden werden. Die betroffenen Hort-Fachkräfte sollen nach Möglichkeit in städtische Kindertagesstätten übernommen werden.

An einigen Grundschulstandorten – etwa in Stelingen und am Saturnring – existieren bislang keine Horte. Diese Schulen werden direkt in die Ganztagsstruktur überführt.

Diese Schulen sind bereits startklar

Aktuell verfügen vier Grundschulen in Garbsen bereits über ein Ganztagsangebot:

  • Grundschule Saturnring

  • Grundschule Stelingen

  • Grundschule Schloss Ricklingen

  • Grundschule Garbsen-Mitte

Weitere sieben Schulen befinden sich in der Vorbereitung zur Umstellung:

  • Grundschule Horst

  • Grundschule Osterwald

  • Grundschule Osterberg

  • Grundschule Ratsschule

  • Grundschule Havelse

  • Grundschule James-Krüss

  • Grundschule Frielingen

Große Herausforderung – aber auch große Chance

Mit dem neuen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026 steht Garbsen vor einer der größten strukturellen Veränderungen im Bereich der Grundschulbildung der letzten Jahrzehnte. Die Stadt sieht darin jedoch auch eine große Chance, die Bildungslandschaft nachhaltig zu verbessern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu stärken. „Wir sind eine familienfreundliche Stadt und daher nehmen wir die Herausforderung der Ganztagsbetreuung an Grundschulen sehr ernst und tun alles dafür, dass diese auch bestmöglich umgesetzt wird“, so Bürgermeister Provenzano.

Die Stadt Garbsen plant auch eine Informationsveranstaltung zum Thema, ein Termin steht hier allerdings noch nicht fest. Wenn der Termin steht, wird GCN rechtzeitig darüber berichten.

GCN/bs