
Garbsen – Wohnwinkel vor ungewisser Zukunft – Suche nach neuen Räumen läuft – Politik und Verwaltung prüfen Lösungen.
Der Wohnwinkel in Altgarbsen steht vor einer großen Herausforderung: Der Nachbarschaftsverein muss seine bisherigen Räumlichkeiten bis zum 31. Mai 2026 verlassen, da der bestehende Mietvertrag nicht verlängert wird. Für viele ältere Menschen im Stadtteil bedeutet das eine unsichere Zukunft für einen Ort, der seit Jahren fester Bestandteil des sozialen Lebens ist.
Der Wohnwinkel bietet regelmäßig vielfältige Angebote für Seniorinnen und Senioren – darunter Vorlesestunden, Spiel- und Kaffeenachmittage sowie gemeinsame Frühstücke. Darüber hinaus dient die Einrichtung auch als Anlaufstelle für Beratung und Information rund um das Leben im Alter. Mit rund 60 Mitgliedern und bis zu fünf Veranstaltungen pro Woche trägt der Verein wesentlich dazu bei, soziale Kontakte zu fördern und Einsamkeit im Alter vorzubeugen.
Verwaltung sucht Lösungen – Stadtteilhaus aktuell keine Option
Die Stadt Garbsen betont, dass sie die ehrenamtliche Arbeit des Wohnwinkels als wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Miteinander wertschätzt. Nach Angaben der Verwaltung wird bereits aktiv nach geeigneten Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe gesucht, um den Fortbestand des Angebots zu sichern.
Eine mögliche Unterbringung im Stadtteilhaus in Altgarbsen wird derzeit jedoch ausgeschlossen. Wie Stadtsprecherin Christina Lange mitteilt, ist für das Gebäude eine konkrete dauerhafte Nutzung durch die Verwaltung geplant. Eine vorübergehende Nutzung – etwa als Zwischenlösung für den Wohnwinkel – sei aktuell nicht vorgesehen.
Politik bringt unterschiedliche Vorschläge ein
Auch politisch wird die Situation intensiv begleitet. Sowohl die SPD-Ortsratsfraktion Garbsen (Antrag vom 16. März 2026) als auch die CDU-Ratsfraktion Garbsen (Antrag vom 28. März 2026) haben Anträge zur Unterstützung des Wohnwinkels eingebracht. CDU beantragte die vorübergehende Unterbringung im Stadtteilhaus in Altgarbsen.
Die SPD hat dabei angeboten, den Verein vorübergehend in eigenen Räumlichkeiten unterzubringen. Die CDU setzt sich unter anderem für alternative Lösungen ein, um das Angebot des Wohnwinkels zu erhalten. Beide Vorschläge werden nun regulär in die zuständigen Ratsgremien eingebracht und beraten.
Gespräche auf Verwaltungsebene laufen
Auch auf Verwaltungsebene gibt es bereits direkte Gespräche. Bürgermeister Claudio Provenzano hat sich persönlich mit Vertretern des Wohnwinkels ausgetauscht. Zusätzlich stand Schul- und Sozialdezernentin Monika Probst im Kontakt mit dem Verein. In diesen Gesprächen wurde laut Stadt deutlich signalisiert, dass intensiv nach tragfähigen Lösungen gesucht wird, so Stadtsprecherin Christina Lange.
Wohnwinkel sucht dringend neue Räume
Unabhängig von den politischen und verwaltungsseitigen Bemühungen bleibt der Zeitdruck hoch. Der Verein ist weiterhin dringend auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten in Altgarbsen, um seine Angebote nahtlos fortführen zu können.
Gesucht wird eine Immobilie mit folgenden Voraussetzungen:
- Größe: etwa 60 bis 80 Quadratmeter
- Zugang: barrierefrei
- Miete: maximal 700 Euro monatlich
- Nutzung: Möglichkeit zur Außenwerbung (z. B. Plakate im Fenster), um Sponsoren sichtbar einzubinden
Eigentümerinnen und Eigentümer, Unternehmen oder Institutionen, die geeignete Räume anbieten können oder Hinweise auf passende Objekte haben, werden gebeten, sich direkt zu melden.
Kontakt Wohnwinkel:
Telefon: 05137 / 9834366
Zukunft weiterhin offen
Wie es für den Wohnwinkel konkret weitergeht, ist derzeit noch unklar. Fest steht jedoch: Sowohl die Verwaltung als auch die politischen Gremien beschäftigen sich mit dem Thema – und auch aus der Bevölkerung könnte Unterstützung kommen. Für viele Seniorinnen und Senioren in Altgarbsen wäre der Erhalt des Wohnwinkels ein wichtiges Signal für Zusammenhalt und gelebte Nachbarschaft.
GCN/bs















