Diakonie in Niedersachsen kritisiert kostenfreie Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten

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Garbsen – Die Diakonie in Niedersachsen kritisiert die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Rückkehrer aus Risikogebieten kostenfrei zu testen. „Es kann nicht sein, dass wir insbesondere in der Pflege um jeden Test ringen müssen, aber Menschen, die sich bewusst in Risikogebiete begeben haben, kostenfrei getestet werden“, sagt Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen.

Die Diakonie in Niedersachsen weist darauf hin, dass regelmäßige und kostenfreie Tests für die Altenheime weiterhin nicht bestehen. „Für die Hochrisikogruppe der Älteren und die Menschen, die sie täglich pflegen und betreuen, sind regelmäßige Testungen das Sicherheitsnetz, um bei einer Infektion möglichst schnell  reagieren und ein Ausbreiten des Virus unterbinden zu können“, so Lenke.

Der Diakonie in Niedersachsen liegen Informationen vor, dass bei einem ihrer Mitglieder anlässlich der Infizierung einer Mitarbeiterin das Gesundheitsamt nur für knapp 25% der Mitarbeitenden Tests genehmigt wurden.

Für die Bewohnerinnen und Bewohner lehnte das Gesundheitsamt die Tests ab. Die Kostenübernahme für die zweiten Tests für die zuvor negativ getesteten Mitarbeitenden wurde vom Gesundheitsamt ebenfalls verweigert und mussten von der Einrichtung gezahlt werden.

„Dies ist nicht hinnehmbar. Unsere Mitarbeitenden arbeiten eng mit Personen, die zur Risikogruppe gehören, zusammen oder gehören selbst dazu. Doch es ist nicht möglich, sie kostenfrei und unproblematisch zu testen“, so Lenke.

Dieses Vorgehen widerspreche zudem der Teststrategie des Landes Niedersachsen vom 4.6.2020. Laut dieser müssten enge Kontaktpersonen von positiv Getesteten unabhängig von Symptomen getestet werden.

Im Falle eines positiven Tests in einer Pflegeeinrichtung sieht diese vor, dass das gesamte Personal unverzüglich zu testen ist. „Das Land Niedersachsen muss seine eigene Teststrategie umsetzen und kostenfreie Tests für Mitarbeitende und Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen zur Verfügung stellen“, fordert Lenke.

GCN/pk