Garbsen/Havelse – Zuschuss für TSV Havelse in Höhe bis zu 200.000 Euro wieder auf dem Prüfstand – Bürgermeister lässt Finanzlage neu bewerten.
Nach Ratsbeschluss über bis zu 200.000 Euro: Stadt prüft Notlage, Finanzierung und Umsetzung erneut.
Die finanzielle Unterstützung für den TSV Havelse steht erneut auf dem Prüfstand. Nachdem der Rat der Stadt Garbsen in seiner jüngsten Sitzung einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 150.000 bis maximal 200.000 Euro für die Beteiligung an der Rasenerneuerung im Eilenriede-Stadion beschlossen hatte (wir berichteten), hat Bürgermeister Claudio Provenzano am Montag, 2. März, kurzfristig eine Pressekonferenz einberufen. Hintergrund ist eine veränderte Informationslage zur wirtschaftlichen Situation des Vereins.
Der Ratsbeschluss beruhte nach Darstellung der Verwaltung auf der Annahme, dass sich der TSV Havelse in einer finanziellen Notlage befinde und die vertraglich vereinbarte Beteiligung an den Kosten für den neuen Rasen im Ausweichstadion nicht aus eigener Kraft stemmen könne. Um den Verein nicht in existenzielle Schwierigkeiten zu bringen, hatten SPD und CDU den Dringlichkeitsantrag eingebracht und mit ihrer Mehrheit durchgesetzt.
Neue Aussagen werfen Fragen auf
Inzwischen steht jedoch die Frage im Raum, ob die zugrunde gelegte Notlage tatsächlich in dieser Form besteht. Aus öffentlichen Äußerungen des Vereinsvorstands geht hervor, dass der TSV Havelse wirtschaftlich solide aufgestellt sei und auf Basis einer vom DFB lizenzierten Wirtschaftsplanung arbeite. Zudem sei die Beteiligung an den Kosten für den neuen Rasen im Rahmen der Saisonplanung berücksichtigt und genehmigt worden.
Vor diesem Hintergrund will die Stadt nun vollständige Transparenz herstellen. Der Bürgermeister kündigte an, zeitnah Gespräche mit dem Vorstand des TSV Havelse sowie Vertreterinnen und Vertretern der Politik zu führen. Ziel sei es, die tatsächliche finanzielle Situation offen zu legen und zu klären, ob und in welchem Umfang ein städtischer Zuschuss erforderlich ist.
Verwaltung prüft Finanzierung und Rechtslage
Unabhängig von der wirtschaftlichen Bewertung muss die Verwaltung nun prüfen, aus welchem Haushaltstopf die Mittel überhaupt bereitgestellt werden könnten. Die Kämmerei ist beauftragt zu klären, ob entsprechende Deckungsmittel vorhanden sind oder an anderer Stelle eingespart werden müsste. Eine Umschichtung hätte unmittelbare Auswirkungen auf den städtischen Haushalt.

Zudem soll überprüft werden, welche vertraglichen Verpflichtungen zwischen dem TSV Havelse und Hannover 96 konkret bestehen und in welchem Umfang eine Kostenbeteiligung vereinbart wurde. Der Dringlichkeitsantrag gilt als Auftrag an die Verwaltung, die Umsetzung vorzubereiten. Eine tatsächliche Auszahlung kann jedoch erst erfolgen, wenn geklärt ist, aus welchen Mitteln die Summe entnommen wird – darüber müsste der Rat erneut beschließen.
Ausnahmefall oder reguläre Verpflichtung?
Der ursprüngliche Ratsbeschluss basierte auf einer angenommenen Ausnahmesituation mit potenzieller Gefährdung des Vereins. Sollte sich im Zuge der Prüfung herausstellen, dass keine akute wirtschaftliche Schieflage besteht, könnte die Bewertung neu vorgenommen werden. In der nächsten Ratssitzung ist daher mit einer erneuten Befassung des Themas zu rechnen.
Die Stadt Garbsen unterstützt nach eigenen Angaben ihre Vereine bereits überdurchschnittlich stark. Fast alle Vereine profitieren von Zuschüssen zu Betriebskosten und Infrastruktur – eine Förderung, die auch von externen Stellen immer wieder bestätigt worden sei. Zudem ist der TSV Havelse ein Mehrspartenverein und umfasst nicht nur die Profiabteilung im Fußball, deshalb wollte die Stadt nicht , dass ein derartiger Traditionsverein evtl. nicht mehr bestehen kann.
Entscheidung weiter offen
Ob der beschlossene Zuschuss letztlich in voller Höhe, reduziert oder möglicherweise gar nicht ausgezahlt wird, ist derzeit offen. Fest steht: Die Verwaltung muss zunächst die wirtschaftliche Lage prüfen, Finanzierungsmöglichkeiten darstellen und die Ergebnisse dem Rat erneut vorlegen.
Damit ist die ursprünglich beschlossene Finanzhilfe vorerst nicht endgültig umgesetzt – die politische und haushaltsrechtliche Bewertung geht in die nächste Runde.
GCN/bs

















