
Garbsen – Diskussion um Theateraufführung in Garbsener Moschee – bundesweite Berichterstattung sorgt für Aufmerksamkeit.
Eine Theateraufführung in einer Ditib-Moschee in Garbsen sorgt aktuell überregional für Diskussionen. Mehrere Medien, darunter unter anderem die Hannoversche Allgemeine Zeitung, der Norddeutscher Rundfunk sowie das Nachrichtenportal t-online, haben über den Fall berichtet.
Im Mittelpunkt der Berichterstattung steht eine Theateraufführung in der Garbsener Ditib-Moschee, bei der Kinder Szenen aus der Schlacht von Çanakkale aus dem Jahr 1915 nachgestellt haben sollen. Dabei handelt es sich um ein historisches Ereignis aus dem Ersten Weltkrieg, das insbesondere in der türkischen Erinnerungskultur eine bedeutende Rolle spielt. Nach übereinstimmenden Medienberichten hätten Kinder – mutmaßlich im Vorschul- und Grundschulalter – im Rahmen der Aufführung verschiedene Szenen dargestellt. Dazu zählten demnach unter anderem Spielsituationen mit Holzgewehren sowie inszenierte Kampfszenen. In weiteren Sequenzen sei auch die Darstellung eines gefallenen Soldaten Teil der Aufführung gewesen, der von anderen Kindern betrauert worden sei. Begleitet worden sei die Inszenierung offenbar von symbolischen Elementen und Schriftzügen mit historischem Bezug zur Schlacht. Ein Video der Aufführung sei zunächst über soziale Netzwerke verbreitet worden und habe so für Aufmerksamkeit gesorgt. Dieses sei nach Angaben der berichtenden Medien inzwischen jedoch nicht mehr öffentlich abrufbar.
Die Darstellung wird unterschiedlich bewertet. Kritiker, darunter der Publizist Eren Güvercin, sehen in solchen Inszenierungen eine problematische Form der Darstellung von Krieg und werfen die Frage auf, inwieweit Kinder dabei für bestimmte Botschaften instrumentalisiert werden könnten. Auch der Politikwissenschaftler Ismail Küpeli äußert laut Medienberichten Kritik und ordnet vergleichbare Darstellungen als politisch ein.
Die betroffene Moscheegemeinde weist die Vorwürfe zurück. Nach Darstellung der Gemeinde handele es sich um eine „dramapädagogische“ Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen. Ziel sei es, Geschichte zu vermitteln und zur Reflexion anzuregen. Eine Verherrlichung von Krieg oder Nationalismus liege aus ihrer Sicht nicht vor.
Eine abschließende Bewertung durch den zuständigen Landesverband steht nach aktuellem Stand noch aus. Der Vorgang werde geprüft, berichten mehrere Medien übereinstimmend.
Das Thema hat über die Region hinaus Aufmerksamkeit erlangt und wird inzwischen bundesweit diskutiert. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie sensibel der Umgang mit historischen Inhalten ist – insbesondere dann, wenn Kinder beteiligt sind und unterschiedliche kulturelle sowie gesellschaftliche Perspektiven aufeinandertreffen.
Hinweis: Dieser Artikel basiert auf übereinstimmenden Berichten mehrerer Medien. Eine eigene Recherche von Garbsen-City-News liegt derzeit noch nicht vor.
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