Niedersachsen legt Fahrplan für Terminvergabe an Angehörige der Prioritätsgruppe 3 vor

    Symbolbild

    Garbsen – Niedersachsen wird die Terminvergabe für Personen aus der Prioritätsgruppe 3 nach der Bundesimpfverordnung im Laufe des Monats schrittweise öffnen.

    Ab dem kommenden Montag, den 10. Mai, 8 Uhr, können sich in einem ersten Schritt alle
    Niedersächsinnen und Niedersachsen, die älter sind als 60 Jahre, Personen mit bestimmten
    Vorerkrankungen und bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen
    sowie Personen, bei denen aufgrund ihrer Arbeits- oder Lebensumstände ein deutlich
    erhöhtes Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht, im Internet unter
    www.impfportal-niedersachsen.de sowie unter der Hotline des Landes unter 0800 9988665
    für einen Termin in ihrem örtlichen Impfzentrum anmelden.

    Aufgrund des zu erwartenden hohen Anrufaufkommens an der Hotline wird ausdrücklich
    empfohlen, vor allem das Onlineportal für die Anmeldung zu nutzen. Auch bei den
    niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten können diese Gruppen dann Termine vereinbaren,
    sofern in den Praxen Impfstoff zur Verfügung steht.

    „Nachdem wir den Niedersächsinnen und Niedersachsen, die älter sind als 60 Jahre, bereits
    seit einigen Wochen Termine mit dem Impfstoff von AstraZeneca angeboten haben, öffnen
    wir für diese Gruppe nun auch die Terminvergabe für die anderen Impfstoffe. Wer heute
    bereits auf der Warteliste steht, muss sich nicht erneut anmelden, sondern wird so schnell
    wie es die Verfügbarkeit der Impfstoffe vor Ort zulässt, mit Terminen versorgt“, erklärt
    Gesundheitsministerin Daniela Behrens.

    „Mit der Öffnung der Impfberechtigung für Personen in schwierigen Wohn- und Lebensverhältnissen ermöglichen wir den örtlichen Impfzentren zudem ab Montag die Durchführung von Impfaktionen in bestimmten Quartieren mit großen sozialen Herausforderungen und einem damit einhergehenden erhöhten Infektionsgeschehen“, so die Ministerin. Welche Quartiere hier in Frage kommen, könne vor Ort in enger Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern am besten bewertet und entschieden werden.

    Eine Auswahl des Impfstoffs sei in den Impfzentren weiterhin nicht vorgesehen. Aus der
    grundsätzlichen Impfberechtigung erwachse zudem kein Anspruch auf eine sofortige
    Impfung, so die Ministerin: „Derzeit stehen noch mehr als 500.000 Niedersächsinnen und
    Niedersachsen auf der Warteliste für einen Impftermin. Leider haben wir noch immer nicht so
    viel Impfstoff zur Verfügung, dass wir allen Impfberechtigten auch sofort ein Impfangebot
    machen können. Dennoch ist es richtig und geboten, den Übergang in die Priorität 3 nach
    der Bundesimpfverordnung nun schrittweise weiter voranzubringen, bevor die Priorisierung
    im Juni voraussichtlich gänzlich aufgehoben wird. Wir wollen, dass diejenigen, die nach der
    Einschätzung der ständigen Impfkommission (STIKO) ein erhöhtes Risiko für eine
    Erkrankung und schwere Krankheitsverläufe aufweisen, auch einen gewissen zeitlichen
    Vorsprung bei der Terminanmeldung und auf den Wartelisten erhalten.“

    Neben den Niedersächsinnen und Niedersachsen über 60 sind ab dem kommenden
    Montag, den 10. Mai, impfberechtigt:

    1. Personen mit folgenden Erkrankungen:
    – behandlungsfreie in Remission befindliche Krebserkrankungen,
    – Immundefizienz oder HIV-Infektion,
    – Autoimmunerkrankungen,
    – rheumatologische Erkrankungen,
    – Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Vorhofflimmern, koronare Herzkrankheit,
    arterielle Hypertonie,
    – Zerebrovaskuläre Erkrankungen, Schlaganfall und andere chronische
    neurologische Erkrankungen,
    – Asthma bronchiale,
    – 0chronisch entzündliche Darmerkrankung,
    – Diabetes mellitus ohne Komplikationen,
    – Adipositas (BMI über 30).

    2. Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht.

    3. Personen, bei denen aufgrund ihrer Arbeits- oder Lebensumstände ein deutlich erhöhtes Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht.

    4. Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht in
    einer Einrichtung leben und zudem über 60 Jahre alt sind oder eine der
    vorgenannten Erkrankungen haben.

    In einem zweiten Schritt der Öffnung der Prioritätsgruppe 3 nach der Bundesimpfverordnung
    können ab Montag, den 17. Mai auch die folgenden Personen und Gruppen einen Termin in
    ihrem Impfzentrum bzw. einen Wartelistenplatz erhalten:

    1. Tätige im Lebensmitteleinzelhandel
    2. Mitglieder von Verfassungsorgangen
    3. in relevanter Position Tätige bei Verfassungsorganen, Regierungen,
    Verwaltungen, Polizei, Zoll, Katastrophenschutz, THW, Hilfsorganisationen,
    Justiz und Rechtspflege, Medien- und Pressewesen
    4. in relevanter Position Tätige bei Auslandvertretungen, politische Stiftungen
    oder Organisationen und Einrichtungen mit Sitz in Deutschland in den
    Bereichen: Krisenprävention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge,
    Entwicklungszusammenarbeit oder auswärtige Kultur- und Bildungspolitik oder
    als deutsche Staatsangehörige in internationalen Organisationen

    Der dritte und letzte Öffnungsschritt vor der vollständigen Aufhebung der Priorisierung folgt
    schließlich am Montag, dem 31. Mai mit den folgenden Personen und Gruppen:

    1. Personen, die an Hochschulen tätig sind
    2. Wahlhelferinnen und -helfer
    3. in besonders relevanter Position Tätige in KRITIS Unternehmen,
    insbesondere: Apothekenwesen, Pharmawirtschaft, Bestattungswesen,
    Ernährungswirtschaft, Ver- und Entsorgung, Transport- und Verkehrswesen,
    Informationstechnik und Telekommunikationswesen
    4. Tätige in med. Einrichtungen, insbesondere in Laboren ohne Patientenbezug
    Angehörige aller oben genannten Berufsgruppen sind herzlich aufgefordert, zu ihrem Termin
    im örtlichen Impfzentrum oder einer Praxis eine entsprechende Bescheinigung ihrer
    Arbeitgeberinnen oder Arbeitgeber mitzubringen, die unter
    https://www.niedersachsen.de/download/167979 abgerufen, ausgefüllt und ausgedruckt
    werden kann.

    Die Beurteilung, ob jemand in einer „besonders relevanten Position“ oder „relevanten
    Position“ in der entsprechenden Berufsgruppe ist, treffen die Arbeitgeberinnen und
    Arbeitgeber oder Selbstständigen und bestätigen dies mit Hilfe der
    ArbeitgeberInnenbescheinigung.

    Als Indiz für die besondere Relevanz der Position kann beispielsweise gelten, dass eine
    Mitarbeiterin / ein Mitarbeiter nicht ohne weiteres ersetzt werden kann. Die Bewertung, ob
    eine solche „besonders relevante Stellung“ gegeben ist, ist im Einzelfall unter
    Berücksichtigung der konkreten Tätigkeit und des Arbeitsumfeldes durch die jeweiligen
    Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu treffen.

    Im Hinblick auf risikobehaftete Arbeits- und Lebensverhältnisse kann z. B. für die Impfung im
    Impfzentrum ein Nachweis über den Bezug von SGB II (Hartz 4) erfolgen. Aus den
    Erfahrungen der vergangenen Monate mit Krankheitsausbrüchen, ist es dem kommunalen
    öffentlichen Gesundheitsdienst außerdem möglich, vor Ort besondere Schwerpunkte für
    Impfangebote in Quartieren vorzusehen, in denen ein deutlich erhöhtes Risiko einer Infektion
    mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht.

    Personen, die aus den oben genannten medizinischen Gründen impfberechtigt sind, müssen
    dies im Impfzentrum mit einer Bescheinigung einer Ärztin oder eines Arztes nachweisen,
    welche die Berechtigung nach der Impfverordnung bestätigt.

    Im Anhang dieser Mitteilung finden Sie noch eine grafische Aufbereitung der
    Öffnungsschritte in den nächsten Wochen.

    GCN/ds