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Garbsen gedenkt der Opfer von Stade – Bewegende Gedenkfeier im Johannes-Kepler-Gymnasium

Auf verschiedenen Wegen konnten die Besucher Ihre Anteilnahme ausdrücken/GCN

Garbsen – Garbsen gedenkt der Opfer von Stade – Bewegende Gedenkfeier im Johannes-Kepler-Gymnasium.

Mit einer würdevollen und bewegenden Gedenkfeier haben die Stadt Garbsen und die Region Hannover am Samstag, 4. Juli, der Opfer der schrecklichen Gewalttat von Stade gedacht. Im Forum des Johannes-Kepler-Gymnasiums am Planetenring kamen zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Religionsgemeinschaften und der Stadtgesellschaft zusammen, um gemeinsam innezuhalten, zu trauern und ein Zeichen der Verbundenheit zu setzen. Auch Angehörige der Opfer waren bei der Veranstaltung anwesend.

Bereits beim Betreten des Schulzentrums war spürbar, wie groß die Betroffenheit über die Tat ist. Im Außenbereich hatten Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, ihre Anteilnahme auf verschiedene Weise auszudrücken. So konnten Worte an die Angehörigen hinterlassen oder mit Fingerabdrücken ein sichtbares Zeichen des Zusammenhalts gesetzt werden. Im Gebäude lag zudem ein Kondolenzbuch aus, in das sich Gäste während und nach der Veranstaltung eintragen konnten.

Bürgermeister Provenzano eröffnet Gedenkfeier

Eröffnet wurde die Gedenkfeier von Garbsens Bürgermeister Claudio Provenzano. In seiner Ansprache fand er Worte des Mitgefühls und der Anteilnahme für die Angehörigen, Freunde und Wegbegleiter der Opfer. Im Mittelpunkt stand dabei die gemeinsame Trauer um die Menschen, die bei der Tat in Stade ihr Leben verloren haben – darunter auch drei Mitarbeitende des Jugendamtes der Region Hannover mit Bezug zur Jugendhilfestation Garbsen.

Im Anschluss sprach Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies zu den Gästen. Auch er würdigte die Opfer und richtete seinen Blick auf die Menschen, die nun mit den Folgen dieser unfassbaren Tat leben müssen. Für die Region Hannover sprach Erster Regionsrat Jens Palandt, der ebenfalls die tiefe Erschütterung über das Geschehen und die Anteilnahme der Region zum Ausdruck brachte.

Interreligiöse Andacht und musikalische Begleitung

Ein besonderer Teil der Veranstaltung war die interreligiöse Andacht, die deutlich machte, dass Trauer, Mitgefühl und Hoffnung Menschen über Glaubensgrenzen hinweg verbinden können. Pastor Torsten Ernst und Pfarrer Christoph Lindner gestalteten diesen Teil ebenso mit wie Ebubekir Inan für die muslimischen Gemeinden sowie Foad Kazemzadeh für die Bahai-Gemeinde Garbsen.

Musikalisch begleitet wurde die Gedenkfeier von Claudia und Martin Jursch, die mit ihren Beiträgen für einen würdevollen Rahmen sorgten und der Veranstaltung eine besonders stille, nachdenkliche Atmosphäre verliehen.

Kerzen, Kondolenzbuch und Raum für Gespräche

Im Anschluss an das offizielle Programm hatten alle Anwesenden die Möglichkeit, im vorderen Bereich des Forums eine Kerze als Zeichen des Gedenkens und der Verbundenheit zu entzünden. Viele Gäste nutzten diese Gelegenheit, um in einem stillen Moment an die Opfer und ihre Angehörigen zu denken.

Darüber hinaus stand im hinteren Bereich der Aula ein Kondolenzbuch bereit. Während der gesamten Veranstaltung sowie auch im Anschluss waren Seelsorgerinnen und Seelsorger vor Ort, um Gespräche anzubieten und Menschen in ihrer Trauer zu begleiten. Für Familien war zudem eine Kinderbetreuung eingerichtet.

Zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung

Unter den Gästen der Gedenkfeier befanden sich neben Ministerpräsident Olaf Lies auch Daniela Behrens, Niedersächsische Ministerin für Inneres und Sport, mehrere Landtags- und Bundestagsabgeordnete sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Regionsverwaltung, der Regionsversammlung und anderen Kommunen der Region Hannover.

Zugesagt hatten unter anderem die Bürgermeister Olaf Kruse aus Sehnde, Carsten Piellusch aus Wunstorf, Armin Pollehn aus Burgdorf und Frank Prüße aus Lehrte. Ebenfalls anwesend waren Fraktionsvorsitzende aus dem Rat der Stadt Garbsen sowie weitere Vertreter aus Politik und Verwaltung.

Ein starkes Zeichen des Zusammenhalts

Die Gedenkfeier im Johannes-Kepler-Gymnasium war weit mehr als ein offizieller Termin. Sie war ein stilles, aber deutliches Zeichen dafür, dass Garbsen in diesen Tagen zusammensteht – in Trauer, im Mitgefühl und in der Solidarität mit den Angehörigen der Opfer.

Die vielen Gespräche, die persönlichen Gesten der Anteilnahme und die gemeinsame Stille machten deutlich, wie sehr die Gewalttat von Stade auch in Garbsen nachwirkt. Die Gedenkfeier bot Raum für Trauer, für Erinnern – und für das Gefühl, in dieser schweren Zeit nicht allein zu sein. Heute, Montag, 6.7.26 gegen 12:10 Uhr erklangen im gesamten Stadtgebiet von Garbsen die Kirchenglocken, zeitgleich auch in Stade, die Aktion wurde gemeinsam mit den evangelischen und katholischen Kirchen organisiert.

GCN/bs