Garbsen/Region Hannover – Neuer Storchenrekord in der Region – Mehr als 200 Brutpaare – Garbsen bleibt Storchenhochburg
Der Weißstorchbestand in der Region Hannover hat einen neuen Höchststand erreicht: Nach der vorläufigen Saisonbilanz 2026 wurden insgesamt 204 besetzte Storchennester gezählt – so viele wie noch nie seit Beginn der Erfassung im Jahr 1934. Gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2025 bedeutet das einen Zuwachs von 17 Brutpaaren. Rund 357 Jungstörche werden in diesem Jahr voraussichtlich flügge.
Die erfreulichen Zahlen stammen von Dr. Reinhard Löhmer, dem ehrenamtlichen Weißstorchbeauftragten der Region Hannover. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung vor dem Hintergrund der Bestandsgeschichte: Während 1934 noch 55 Brutpaare registriert wurden, fiel der Bestand 1988 auf einen historischen Tiefstand von lediglich neun Paaren. Heute hat sich die Population eindrucksvoll erholt.
Auch Garbsen gehört weiterhin zu den wichtigsten Storchengebieten der Region. Mit 17 besetzten Nestern belegt die Stadt den dritten Platz hinter Wunstorf (60 Paare) und Neustadt am Rübenberge (37 Paare).
Insgesamt wurden 2026 20 neue Nester gegründet. Die Weißstörche breiten sich dabei zunehmend auch in Gebiete aus, in denen sie früher kaum oder gar nicht vorkamen. Als Beispiel nennt die Region das Stadtgebiet von Springe, in dem inzwischen bereits sechs Nester besetzt sind.
Von den 204 Brutpaaren konnten 147 Paare erfolgreich Nachwuchs aufziehen, während 57 Paare ohne Bruterfolg blieben. Durchschnittlich werden pro Brutpaar 1,75 Jungstiere flügge – ein Wert, der nahezu dem langjährigen Durchschnitt entspricht. Die meisten Paare zogen zwei oder drei Jungstörche groß, in zehn Nestern wurden sogar vier Jungvögel gezählt. Den Spitzenwert erreichte ein Storchenpaar in Steinwedel mit fünf Jungstörchen.
Dass die Zahl der Jungvögel trotz eines guten Nahrungsangebots nicht noch höher ausfiel, führt Dr. Reinhard Löhmer auf die Witterung zurück. Die kühlen und nassen Phasen während der Eisheiligen und der Schafskälte hätten zu erhöhten Verlusten bei den Jungstörchen geführt. Dabei wären die Voraussetzungen durch den starken Mäusebestand eigentlich besonders günstig gewesen.

Als wesentlichen Grund für den anhaltenden Bestandsanstieg nennt der Storchenexperte das veränderte Zugverhalten. Mehr als 70 Prozent der regionalen Weißstörche gehören inzwischen zu den sogenannten Westziehern. Viele überwintern nicht mehr in Westafrika, sondern in Spanien oder sogar bereits in Mitteleuropa. Dadurch verkürzen sich die Zugstrecken erheblich und die gefährliche Saharaüberquerung entfällt häufig.
Die aktuellen Zahlen sind noch vorläufig. Bis Anfang August werden die letzten Jungstörche ihre Nester verlassen haben. Da inzwischen mehr als ein Drittel der Nester in Bäumen liegt und dort wegen der Belaubung schwer zu erkennen ist, bittet die Region Hannover die Bevölkerung weiterhin um Hinweise auf bislang unbekannte Storchennester.
Der Ausblick für das kommende Jahr stimmt optimistisch: Aufgrund des ebenfalls starken Storchenjahrgangs 2025 rechnet Dr. Reinhard Löhmer auch 2027 mit einer weiteren Zunahme der Brutpaare – sofern Seuchen oder Naturereignisse die positive Entwicklung nicht bremsen.
GCN/bs

















