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Bienen auf der Waage – Smartes Projekt der SWG verbindet Technik, Natur und Bildung in Garbsen

Für die Schülerinnen und Schüler eröffnet die Bienenwaage völlig neue Möglichkeiten./(Fotos:SWG

Garbsen – Bienen auf der Waage – Smartes Projekt der SWG verbindet Technik, Natur und Bildung in Garbsen.

Wie lassen sich Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Umweltbildung sinnvoll miteinander verbinden? Die Stadtwerke Garbsen haben darauf eine ebenso innovative wie praktische Antwort gefunden: eine digitale Bienenwaage. Gemeinsam mit Imker Daniel Dietrich und der Schulimkerei des Johannes-Kepler-Gymnasiums wurde das Projekt jetzt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Seit rund einem Jahr steht die von den Stadtwerken entwickelte Bienenwaage im Garten der Schulimkerei des Johannes-Kepler-Gymnasiums. Zuvor wurde sie von Hobby-Imker Daniel Dietrich genutzt. Die Idee dahinter: Schülerinnen und Schülern die spannende Verbindung von Natur, Digitalisierung und moderner Funktechnik näherzubringen.

„Diese Idee fanden wir so klasse, dass wir diesem Projekt direkt zugestimmt haben – eine wirklich tolle Möglichkeit, um Technik, Natur und Innovation zu verbinden“, sagt Thomas Drucklieb, Leiter Technik bei den Stadtwerken Garbsen.

Auch für Daniel Dietrich, der neben seiner Imkertätigkeit die Forscherklasse des Gymnasiums mitbetreut, bietet der neue Standort viele Vorteile. Kinder und Jugendliche können hier direkt erleben, wie moderne Messtechnik im Alltag eingesetzt wird und welchen Nutzen sie für den Natur- und Umweltschutz haben kann.

Lernen mit echten Daten

Für die Schülerinnen und Schüler eröffnet die Bienenwaage völlig neue Möglichkeiten. Klassenlehrer David Dieckmann erklärt: „Mit der Bienenwaage können unsere Schülerinnen und Schüler wichtige Ereignisse im Bienenjahr – etwa Honigernte, Schwärmverhalten oder Zufütterung – anhand konkreter Messdaten analysieren und interpretieren. So wird die Schulimkerei zu einem lebendigen Lernort.“

Die Waage misst dabei nicht nur das Gewicht des Bienenstocks, sondern auch die Außentemperatur. Die Daten werden alle 15 Minuten automatisch erfasst und per Funknetz an einen Server übertragen. Dort können sie ausgewertet und über längere Zeiträume verglichen werden.

Warum das Gewicht eines Bienenstocks wichtig ist

Für Imker sind regelmäßige Gewichtskontrollen unverzichtbar. Solange die Bienen ausreichend Nektar eintragen, nimmt das Gewicht des Stocks zu. Problematisch wird es jedoch beispielsweise in ungewöhnlich warmen Wintermonaten. Durch den Klimawandel können Temperaturen zeitweise deutlich steigen, wodurch die Bienen aktiv werden und ihre Wintervorräte schneller verbrauchen.

„Die Gewichtskontrolle des Bienenstocks durch den Imker ist eigentlich das ganze Jahr über eine Pflichtübung“, erklärt Daniel Dietrich. Dank der digitalen Technik lassen sich Veränderungen nun besonders präzise verfolgen. Gleichzeitig liefern die Messwerte wichtige Hinweise auf den Honigertrag der einzelnen Völker und auf langfristige Temperaturentwicklungen.

Smart City zum Anfassen

Die Bienenwaage ist Teil der Smart-City-Strategie der Stadtwerke Garbsen. Dabei kommen Sensoren und moderne Kommunikationsnetze zum Einsatz, um Daten zu erfassen und nutzbar zu machen. Ziel ist es, Garbsen durch intelligente Technologien nachhaltiger und zukunftsfähiger zu gestalten.

„Wir sehen, dass die Digitalisierung erhebliche Vorteile und Chancen mit sich bringt“, sagt Lydia Kusch, kaufmännische Leiterin der Stadtwerke Garbsen. Die Bienenwaage sei zwar nur ein kleines Beispiel, zeige aber eindrucksvoll, wie moderne Technik praktische Lösungen für Umwelt, Bildung und Gesellschaft schaffen könne.

Fotos: SWG

Neben der Bienenwaage haben die Stadtwerke bereits weitere Smart-City-Projekte umgesetzt, darunter CO₂-Messprojekte an Schulen oder Bodenfeuchtesensoren zur Analyse der CO₂-Speicherfähigkeit von Bäumen. Die Bienenwaage selbst ist ein Prototyp und kostet mehrere Hundert Euro.

Mit dem Projekt wird deutlich: Digitalisierung muss nicht immer abstrakt sein. In Garbsen hilft sie sogar dabei, das Leben der Bienen besser zu verstehen – und gleichzeitig junge Menschen für Technik und Naturschutz zu begeistern.

GCN/bs