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Historischer Rundgang durch Berenbostel – Wie aus dem Dorf ein urbaner Stadtteil wurde

Auch die Entwicklung der Ratsschule ist Thema des Historischen Stadtteilrundgangs durch Berenbostel./Foto: Stadt Garbsen

Garbsen/Berenbostel – Historischer Rundgang durch Berenbostel – Wie aus dem Dorf ein urbaner Stadtteil wurde.

Berenbostel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert – vom einstigen Dorf hin zu einem urban geprägten Stadtteil. Wie dieser Wandel verlaufen ist, stand jetzt im Mittelpunkt eines historischen Stadtteilrundgangs der Stadt Garbsen. Stadtarchivar Sören Lindner führte die Teilnehmenden durch Berenbostel und vermittelte dabei zahlreiche Einblicke in die Entwicklung des Ortes.

Besonders rund um den Dorfplatz wurde deutlich, wie sehr sich das Ortsbild im Laufe der Jahre gewandelt hat. Wo früher Fachwerkhöfe das Bild bestimmten, entstanden ab 1971 nach und nach Geschäftsgebäude. Hintergrund war die damalige Gebietsreform und der Grenzänderungsvertrag mit der Stadt Garbsen sowie mehreren umliegenden Gemeinden. Berenbostel sollte sich dadurch stärker zu einem Wirtschafts- und Verwaltungsstandort entwickeln.

Auch entlang der Roten Reihe und in der Dorfstraße wurde der Strukturwandel sichtbar. So folgte auf die frühere Spar- und Darlehenskasse später die Kreissparkasse. Im Geschäftshaus an der Dorfstraße 2 waren im Laufe der Jahre unter anderem eine Commerzbank, Gemischtwarenläden, Friseure und eine Apotheke untergebracht. Hinzu kamen weitere bekannte Geschäfte und Betriebe wie Blumen Weber oder die Schlachtereien Barthel und Lasdowski. Gleichzeitig erinnerten die Gespräche beim Rundgang auch an traditionsreiche Gastwirtschaften wie „Zum Dicken Fritz“, „Reddert“ oder „Döpke“, die vielen Berenbostelern bis heute ein Begriff sind.

Ein weiterer Schwerpunkt des Rundgangs lag auf der Geschichte der Ratsschule. Diese entwickelte sich aus drei Gebäuden in der Dorfstraße, die 1781, 1891 und 1913 errichtet wurden. Die Häuser dienten im Laufe der Zeit nicht nur als Volks- und Grundschule, sondern auch als Sitz der Gemeindeverwaltung. Das älteste Gebäude von 1781 war bis 1971 Verwaltungssitz der Gemeinde, bevor die Verwaltung in das Gebäude am Birkenweg umzog. Das alte Haus wurde danach kurzzeitig als Jugendheim genutzt, brannte jedoch noch im selben Jahr ab und wurde später abgerissen. Die Jugendarbeit zog anschließend in andere Gebäude an der Dorfstraße um.

Bürgermeister Claudio Provenzano betont die Bedeutung solcher Veranstaltungen für das Verständnis der Stadtgeschichte: „Wer die Geschichte eines Stadtteils kennt, versteht besser, warum er so aussieht, wie er aussieht. Die historischen Rundgänge helfen dabei, Erinnerungen zu bewahren und sichtbar zu machen, wie frühere Generationen unsere Stadt geprägt haben.“

Die Stadt Garbsen setzt die historischen Stadtteilrundgänge auch in diesem Jahr fort. Die Reihe war 2024 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Gebietsreform in Niedersachsen gestartet. Nachdem zunächst alle 13 Garbsener Stadtteile mit mehreren Stationen historisch beleuchtet wurden, stehen nun einzelne Schwerpunktthemen im Mittelpunkt. Der nächste historische Stadtteilrundgang führt am 17. August durch Horst. Anmeldungen sollen in Kürze online über die Internetseite der Stadt Garbsen möglich sein.

GCN/bs