Start Aktuelles Neues Netzwerk in Garbsen soll politische Teilhabe von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte stärken

Neues Netzwerk in Garbsen soll politische Teilhabe von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte stärken

Engin Sakal, Britta Schwarz, Djenabou Diallo-Hartmann, Galina Ortmann, Claudio Provenzano, Mustafa Yalcinkaya, Nesrin Göktas (v. l. n. r.)/Foto:Bundesverband interkultureller Frauen in Deutschland e.V.

Garbsen/Niedersachsen – Neues Netzwerk in Garbsen soll politische Teilhabe von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte stärken.

Mit einer Auftaktveranstaltung im Garbsener Rathaus ist das neue Projekt „Wir.Lokal.Stark.“ des Bundesverbands interkultureller Frauen in Deutschland e.V. (BIFeV) offiziell gestartet. Ziel des bis Ende 2029 laufenden Modellprojekts ist es, die politische Teilhabe von Frauen mit Zuwanderungs- und Fluchtgeschichte zu fördern und nachhaltige Netzwerke für demokratisches Engagement aufzubauen.

Zu der Veranstaltung kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Sicherheitsbehörden, Migrantenorganisationen und der Zivilgesellschaft sowie interessierte Frauen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte zusammen. Im Mittelpunkt standen der Austausch über gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Beteiligung und die Stärkung von Frauen in politischen Entscheidungsprozessen.

Das Projekt wird vom Bundesministerium des Innern im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ gefördert und läuft bis Dezember 2029. Nach Angaben des BIFeV richtet sich das Angebot insbesondere an junge Frauen mit Zuwanderungs- und Fluchtgeschichte. Sie sollen dabei unterstützt werden, sich politisch zu engagieren, ihre Handlungskompetenzen auszubauen und sich überparteilich zu vernetzen.

Garbsens Bürgermeister Claudio Provenzano begrüßte die Teilnehmenden und betonte die Bedeutung von Vielfalt und demokratischer Mitwirkung auf kommunaler Ebene. Er verwies darauf, dass Frauen in der Stadtverwaltung bereits zahlreiche Führungspositionen übernehmen und Gleichstellung auch künftig weiter gestärkt werden solle.

Galina Ortmann, Geschäftsführerin des BIFeV, stellte die Ziele des Projekts vor. Sie verwies darauf, dass Frauen mit Zuwanderungsgeschichte trotz ihres gesellschaftlichen Engagements in politischen Gremien und Parlamenten weiterhin unterrepräsentiert seien. Das neue Netzwerk solle deshalb Räume für Austausch, gegenseitige Unterstützung und Qualifizierung schaffen.

Einen fachlichen Impuls lieferte Dr. Cihan Sinanoğlu vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM). In seinem Vortrag beschäftigte er sich mit den Herausforderungen für politisches Engagement im Zusammenhang mit Rassismus und gesellschaftlicher Polarisierung.

Im Anschluss fanden drei Workshops statt. Dabei wurden Themen aus den Bereichen Verwaltung und Sicherheitsbehörden, politische Parteien sowie das politische Engagement von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in Gremien und Parlamenten behandelt.

Als Expertinnen wirkten unter anderem die Landtagsabgeordnete Djenabou Diallo-Hartmann (Bündnis 90/Die Grünen), Tatjana Becker, stellvertretende Vorsitzende der SPD Garbsen, sowie Nesrin Göktas, stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende der CDU Garbsen, mit. Sie standen den Teilnehmerinnen als Gesprächspartnerinnen zur Verfügung und brachten ihre Erfahrungen aus Politik und Beruf in die Diskussionen ein.

Zum Angebot des Projekts gehören unter anderem Empowerment-Workshops, individuelle Beratungen, Mentoringprogramme, Coachings sowie Qualifizierungen in den Bereichen Rhetorik und Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus soll die parteiübergreifende Vernetzung gefördert und die Resilienz gegenüber rassistischen und sexistischen Anfeindungen gestärkt werden.

Nach Angaben des BIFeV wird das Projekt gemeinsam mit Kooperationspartnern in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg umgesetzt.

GCN/bs