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Eine Woche ohne Handy, aber voller unvergesslicher Erlebnisse – IGS-Schüler kehren begeistert von ihrer „Herausforderung“ zurück

Das Projekt "Herausforderung" soll erweitert werden, damit noch mehr Schüler daran teilnehmen können /GCN

Garbsen – Eine Woche ohne Handy, aber voller unvergesslicher Erlebnisse – IGS-Schüler kehren begeistert von ihrer „Herausforderung“ zurück

Eine Woche lang ohne Handy, mit nur 60 Euro Budget und weit entfernt vom gewohnten Alltag – für viele Jugendliche klingt das zunächst wie eine echte Herausforderung. Für die Schülerinnen und Schüler der IGS Garbsen wurde daraus jedoch ein Abenteuer, das sie so schnell nicht vergessen werden. Am vergangenen Freitag, 27. Juni, kehrten die vier Gruppen wohlbehalten zurück. Heute, kurz vor den Sommerferien, berichteten sie Garbsen-City-News von ihren Erlebnissen – und waren sich in einem Punkt alle einig: Das Experiment hat sich mehr als gelohnt.

Schon beim Gespräch wurde schnell deutlich, wie viel die Jugendlichen in nur acht Tagen erlebt und gelernt haben. Nicht nur die zurückgelegten Kilometer oder die gemeisterten Aufgaben beeindruckten – vor allem die vielen Begegnungen, das gemeinsame Lösen von Problemen und der Verzicht auf das Smartphone haben bleibenden Eindruck hinterlassen.

Mit dem Fahrrad bis nach Cuxhaven – und plötzlich 20 Kilometer Umweg

Die Gruppe „Turtle Squad“ mit Laurin, Louis, Melad, Ole und Tim hatte sich vorgenommen, die Strecke von Garbsen bis nach Cuxhaven und wieder zurück ausschließlich mit dem Fahrrad zu bewältigen. Übernachtet wurde auf Campingplätzen sowie bei Kirchengemeinden, gekocht wurde überwiegend selbst. Auf dem Speiseplan standen vor allem Nudelgerichte – in allen erdenklichen Variationen.

Ganz ohne Herausforderungen verlief die Tour natürlich nicht. Einmal verfuhr sich die Gruppe um fast 20 Kilometer. Ohne Navigations-App mussten Karten gelesen und Passanten nach dem richtigen Weg gefragt werden.

„Mit einem Handy wäre das natürlich nicht passiert“, erzählten die Jugendlichen lachend.

Doch genau solche Situationen machten den Reiz des Projektes aus. Statt auf Displays zu schauen, unterhielten sie sich miteinander, spielten abends Schach oder ließen gemeinsam den Tag Revue passieren. Langeweile? Fehlanzeige.

Eine ganz besondere Überraschung wartete unterwegs in Cuxhaven. Nachdem der Start der Jugendlichen durch ein Reel von Garbsen-City-News über die sozialen Medien weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit erregt hatte, erhielt die Gruppe über die Kommentarfunktion eine spontane Einladung ins Rathaus. Dort wurden die Schülerinnen und Schüler vom Bürgermeister empfangen. Außerdem besuchten sie ein Gymnasium in Cuxhaven, wo sie mit einem gemeinsamen Frühstück herzlich begrüßt wurden. Die Einladungen wurden von den Betreuern an die Jugendlichen weitergeleitet – ein Erlebnis, mit dem niemand gerechnet hatte.

Geburtstagsständchen vor rund 200 Menschen sorgt für Gänsehaut

Eine ganz andere Herausforderung erwartete die Langeoog-Gruppe mit Amilia, Lena, Melina und Vanessa. Auf der Nordseeinsel unterstützten die Schülerinnen eine Woche lang ein Erlebnis-Sportcamp. Sie halfen täglich in der Küche, schnitten Brot und Salat, kümmerten sich um das Wasch- und Toilettenhaus und übernahmen sogar die Wäsche.

„Das alles hat uns richtig Spaß gemacht“, erzählten die vier Mädchen begeistert.

Ein ganz besonderer Moment blieb Amilia wohl für immer in Erinnerung. Während der Reise feierte sie Geburtstag. Heimlich organisierten ihre Freundinnen gemeinsam mit dem Team des Camps eine Überraschung. Beim Frühstück stimmte der Chefkoch plötzlich gemeinsam mit allen Mitarbeitenden und Gästen ein Geburtstagslied an.

Rund 200 Menschen sangen für die Schülerin.

„Das war mir so peinlich“, erzählt Amilia lachend. Vor lauter Verlegenheit versteckte sie sich kurzerhand unter dem Tisch. Gleichzeitig sei sie aber unglaublich gerührt gewesen und habe sich riesig über die liebevolle Überraschung gefreut.

Neben der Arbeit blieb genügend Zeit für unvergessliche Erlebnisse. Die Gruppe fuhr mit einer gesponserten Fähre, erhielt kostenlos Essen, Getränke und Snacks und durfte sogar ein Erlebnisbad besuchen. Dadurch reichte das vorgegebene Budget problemlos aus.

Stall ausmisten, Tiere versorgen und ein kleiner Unfall mit dem Hoflader

Die Gruppe „Die Arbeiter“ machte sich mit dem Fahrrad auf den Weg nach Lichtenhorst bei Nienburg. Auf einem Reiterhof wartete jede Menge Arbeit auf die Jugendlichen. Ställe mussten ausgemistet, Pferde gefüttert und mit Wasser versorgt sowie Rasen gemäht werden.

Geschlafen wurde – wie bei den meisten Gruppen – im Zelt.

Ein besonderes Highlight war für die Jugendlichen das Fahren mit dem Hoflader, mit dem der Pferdemist transportiert wurde. Ganz ohne Zwischenfall blieb der Arbeitseinsatz allerdings nicht.

„Wir haben dabei aus Versehen einen Zaun umgefahren“, erzählten sie schmunzelnd.

Zum Glück blieb der kleine Unfall ohne größere Folgen und konnte schnell geklärt werden.

Weniger angenehm waren dagegen die Nächte. Durch die sommerlichen Temperaturen und die Nähe zum Pferdehof machten unzählige Fliegen und Mücken den Jugendlichen das Schlafen nicht gerade leicht.

Das Handy vermisste jedoch auch diese Gruppe kein einziges Mal.

Küstengirls entdecken die Ostsee zu Fuß

Die „Küstengirls“ wanderten auf dem Ostseewanderweg von Ahlbeck bis Stralsund und legten täglich viele Kilometer mit ihrem gesamten Gepäck zurück. Übernachtet wurde auf Campingplätzen, in einem Schrebergarten sowie bei Kirchengemeinden, die den Schülerinnen ihre Türen öffneten.

Auch sie versorgten sich überwiegend selbst.

Die größte Herausforderung war manchmal die Orientierung. Hin und wieder mussten die Mädchen Passanten nach dem richtigen Weg fragen.

„Mit dem Handy wäre das natürlich einfacher gewesen“, erzählten sie schmunzelnd.

Vermisst hätten sie das Smartphone trotzdem nicht.

Statt ständig auf Displays zu schauen, genossen sie die Ostseeküste mit all ihren Eindrücken. Gemeinsame Strandbesuche, Public Viewing unter freiem Himmel, beeindruckende Sonnenuntergänge und viele weitere besondere Momente machten die Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Mehr als nur eine Klassenfahrt

Beim Gespräch mit allen vier Gruppen wurde deutlich, worum es bei der „Herausforderung“ der IGS Garbsen eigentlich geht.

Die Jugendlichen lernten, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen selbst zu treffen und auch dann Lösungen zu finden, wenn einmal etwas nicht nach Plan verlief. Sie mussten miteinander reden, Menschen ansprechen, improvisieren und als Team funktionieren.

Bemerkenswert ist dabei, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Projekte nahezu vollständig selbst organisieren. Von der Planung der Route über die Buchung von Unterkünften bis hin zur Verpflegung und Finanzierung liegt die Verantwortung größtenteils in ihren eigenen Händen. Viele Gruppen verdienten sich ihr Budget durch Babysitten, Gartenarbeit, Praktika oder andere Jobs. Zusätzlich wurden einzelne Projekte von Unternehmen und Institutionen aus Garbsen mit Spenden oder Sponsoring unterstützt. Dieses Zusammenspiel aus Eigeninitiative und Unterstützung aus der Heimat macht das Projekt zu etwas ganz Besonderem.

Der Verzicht auf das Smartphone spielte dabei überraschend schnell kaum noch eine Rolle.

Statt ständig erreichbar zu sein oder auf soziale Medien zu schauen, entstanden Gespräche, Freundschaften und Erinnerungen, die vermutlich deutlich länger bleiben werden als jede Nachricht auf dem Handy.

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Das Projekt soll weiter wachsen

Die Begeisterung der Jugendlichen zeigt, wie erfolgreich das Projekt an der IGS Garbsen inzwischen geworden ist. Deshalb laufen bereits die Planungen für das kommende Schuljahr. Ziel der Schule ist es, die „Herausforderung“ weiter auszubauen und künftig noch mehr Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an diesem außergewöhnlichen Projekt zu ermöglichen.

Als die Schülerinnen und Schüler heute ihre Geschichten erzählten, war ihnen die Begeisterung deutlich anzusehen. Aus einer zunächst ungewohnten Aufgabe wurde für viele eine der schönsten Wochen ihres bisherigen Schullebens.

Die „Herausforderung“ ist weit mehr als eine Klassenfahrt. Sie vermittelt Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Teamgeist und den Mut, die eigene Komfortzone zu verlassen – Eigenschaften, die sich nur schwer aus Büchern lernen lassen.

Für die Jugendlichen war es eine Woche voller Abenteuer. Für die IGS Garbsen ist es ein Projekt, das zeigt, wie Schule auch außerhalb des Klassenzimmers gelingen kann. Und wenn es nach den Verantwortlichen geht, werden im nächsten Jahr noch deutlich mehr Schülerinnen und Schüler diese Erfahrung machen dürfen.

GCN/bs