
Garbsen – Bürgermeister bezieht klar Stellung – Politik äußert sich zur Moschee-Debatte in Garbsen.
Nach der bundesweiten Diskussion um eine Theateraufführung mit Kindern in einer Garbsener Ditib-Moschee (wir berichteten) liegen nun erste Stellungnahmen aus der Kommunalpolitik vor. Im Mittelpunkt steht dabei die klare Position von Bürgermeister Claudio Provenzano, der den Vorfall deutlich kritisiert und zugleich auf Dialog setzt.
Bürgermeister: „Unangemessen und nicht akzeptabel“
Die Stadt Garbsen hat sich inzwischen offiziell zu den bekannt gewordenen Darstellungen geäußert. Bürgermeister Provenzano verurteilt die Aufführung von Kriegsszenen mit Kindern ausdrücklich. Solche Darstellungen seien insbesondere im Kontext von Kindern „unangemessen und nicht akzeptabel“.
Nach Angaben der Stadt habe Provenzano bereits frühzeitig das Gespräch mit dem Vorstand der betroffenen Ditib-Gemeinde gesucht. In diesem Austausch sei deutlich geworden, dass auch der Gemeindevorstand den Vorfall kritisch bewertet. Das entsprechende Video sei nach Bekanntwerden aus den sozialen Medien entfernt worden, zudem seien interne Konsequenzen gezogen und Gespräche mit den Verantwortlichen geführt worden.
„Es ist wichtig, dass wir solche Entwicklungen in unserer Stadt klar benennen“, wird der Bürgermeister zitiert. Gleichzeitig betont er die Bedeutung eines konstruktiven Austauschs: Tragfähige Beziehungen und gegenseitiges Vertrauen seien entscheidend, um Probleme anzusprechen und Lösungen zu finden. Ziel bleibe ein respektvolles und friedliches Zusammenleben in Garbsen.
Politische Fraktionen positionieren sich
Auch die Fraktionen im Rat der Stadt Garbsen haben auf Anfrage von Garbsen-City-News Stellung genommen und dabei unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt.
Die CDU Garbsen, vertreten durch Christof Wenzel, bewertet die öffentliche Diskussion als notwendig und sieht in der Aufführung eine klare Überschreitung dessen, was durch Religionsfreiheit gedeckt sei. Die Darstellung von Krieg und Märtyrertum durch Kinder widerspreche grundlegenden Werten des Grundgesetzes. Gleichzeitig betont die CDU, dass sich die Kritik ausdrücklich nicht gegen den Islam oder muslimisches Leben in Garbsen richte. Man habe bereits den Kontakt zur Gemeinde gesucht, um das Gespräch zu führen.
Die FDP Garbsen, vertreten durch Hans-Jörg Jacobsen, spricht von einem deutlichen Signal, das nicht ignoriert werden dürfe. Aus ihrer Sicht seien entsprechende Darstellungen weder als harmloses Kulturprogramm noch als geeignete Bildungsarbeit zu bewerten. Neben pädagogischen Fragen verweist die FDP auch auf mögliche rechtliche Aspekte im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Kinderaufnahmen im Internet und fordert mehr Transparenz sowie klare Standards in der Jugendarbeit.
Die Bündnis 90/Die Grünen Garbsen, vertreten durch Jessica Peine, setzt ihren Fokus auf den Dialog. Vertreter der Fraktion haben nach eigenen Angaben frühzeitig das Gespräch mit der Gemeinde gesucht. Dabei sei deutlich geworden, dass der Vorfall bereits im September 2025 stattgefunden habe und aktuell durch den Ditib-Landesverband aufgearbeitet werde. Die Grünen betonen zugleich, dass solche Darstellungen aus pädagogischer Sicht nicht akzeptabel seien, insbesondere aufgrund des Alters der beteiligten Kinder. Entscheidend sei nun eine transparente Aufarbeitung und die Sicherstellung, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederhole.
Auch die SPD Garbsen, vertreten durch Rüdiger Kauroff, teilt die Einschätzung des Bürgermeisters und bewertet die dargestellten Szenen als unangemessen. Die Einbindung von Kindern in kriegerische Darstellungen sei nicht hinnehmbar. Gleichzeitig begrüßt die SPD, dass die Gemeinde den Vorfall selbst kritisch aufgearbeitet und Konsequenzen gezogen habe. Der eingeschlagene Weg des Dialogs wird ausdrücklich unterstützt.
Dialog als gemeinsamer Nenner
Trotz unterschiedlicher Akzente in der Bewertung zeigt sich in den Stellungnahmen ein gemeinsamer Nenner: Die dargestellten Szenen mit Kindern werden parteiübergreifend kritisch gesehen. Gleichzeitig wird der direkte Austausch mit der betroffenen Gemeinde als zentraler Schritt betrachtet, um den Vorfall aufzuarbeiten und zukünftige Entwicklungen zu vermeiden.
Die Stadt Garbsen setzt nach eigenen Angaben weiterhin auf diesen Dialog mit religiösen und gesellschaftlichen Akteuren. Ziel bleibt es, das Vertrauen zu stärken und ein friedliches Miteinander in der Stadt zu sichern.
GCN/bs










